VÄTER UND SÖHNE
DATEN
Italien / BRD 1986

REGIE & DREHBUCH
Bernhard Sinkel

PRODUKTION
Helmut Krapp
Günter Rohrbach

KAMERA
Dietrich Lohmann

MUSIK
Peer Raben

DARSTELLER und ROLLEN


DER FILM
1.Teil LIEB VATERLAND (1911-1916)
Carl Julius Deutz, der Gründer der Farben- und Teerfabrik, regiert Familie und Firma mit unerbittlicher Autorität. Als bedeu-
tendes Chemieunternehmen weist die Familie Deutz wissenschaftliche und wirtschaftliche Erfolge auf, im Bunde mit Bank-
ier Bernheim und Dr. Körner, einem Finanzmann. Doch mit der Giftgasproduktion im Ersten Weltkrieg beteiligt sich die Fir-
ma an schweren Verbrechen gegen die Menschheit. Deutz' Tochter Luise heiratet den Chemiker Heinrich Beck, der für die
Firma ihres Vaters arbeitet. Der älteste Sohn Ulrich, verheiratet mit Charlotte, stirbt an seinen Kriegsverletzungen. Beider
Sohn Georg soll eines Tages den Platz des Vaters und Großvaters einnehmen, muß aber zuerst auf Anordnung von Karl
eine Kadettenanstalt besuchen. Carls Sohn Friedrich, wegen eines Verhältnisses mit Charlotte nach Amerika verbannt,
kommt zurück. Doch Charlotte beginnt ein Verhältnis mit Max, Bernheims Sohn. Friedrich tröstet sich mit Judith, der Toch-
ter Bernheims.

2.Teil DER KONZERN (1923 - 1929)
Wenige Jahre nach dem Ersten Weltkrieg steckt Deutschland in der Wirtschaftskrise. Deutz wehrt sich entschieden gegen
Pläne, mit anderen Chemiekonzernen zu fusionieren. Aber der Zusammenschluß der Industrie ist nicht aufzuhalten. Eine
neue Generation, angeführt von Friedrich, Beck und Körner, übernimmt das Steuer. 1926 wird aus einer Vielzahl von Che-
mieunternehmen die IG Farben gebildet. Carl Deutz und Bernheim werden zur Seite geschoben. Doch die IG findet sich in
scharfer Konkurrenz zu den amerikanischen Multis und arrangiert sich mit der amerikanischen Standard Oil. Deutz stirbt,
und im Interesse der Firma und der Familie heiratet Charlotte Friedrich. Der jedoch beginnt ein Verhältnis mit Anni, einer
Tänzerin. Georg weigert sich, in die Firma einzutreten, bricht sein Chemie-Studium ab und will Schauspieler werden.

3.Teil MACHT UND OHNMACHT (1932 - 1938)
Beck erhält 1931 den Nobelpreis für Chemie für die Entdeckung und Entwicklung der chemischen Hochdruckverfahren. Ihm
ist es gelungen, synthetisches Benzin und künstlichen Gummi herzustellen. Hitler verspricht der Firma, die Herstellung von
Benzin aus Kohle politisch abzusichern. Körner engagiert den arbeitslosen Sokolowski als Verbindungsmann zu den wich-
tigsten Politikern in Berlin. Becks Versuch, sich Hitler gegenüber für die jüdischen Professoren und Chemiker einzusetzen,
mißlingt. Bernheim wird aus allen öffentlichen Ämtern entfernt und verhaftet. Durch Fürsprache von Beck wird er entlassen
und versteckt sich in Berlin bei Anni. Elli, Charlottes Tochter, und Max verlieben sich, aber Sokolowski denunziert ihn und
bringt ihn ins Gefängnis. Elli setzt sich für seine Freilassung ein. Der Preis: Die Heirat mit Sokolowski. Georg inszeniert bei
der Ufa Filme, die bei Goebbels Anerkennung finden.

4.Teil AUF EHRE UND GEWISSEN (1940-1947)
Nach dem Blitzkrieg über Frankreich diktiert Friedrich den ehemaligen französischen Geschäftspartnern in Paris die Be-
dingungen der wirtschaftlichen Kapitulation. Charlotte nimmt Kontakt zu Max auf, der dort im Exil lebt, und bringt ihm die
nötigen Papiere für seine Flucht nach England, wo er für den englischen Geheimdienst arbeiten wird. Bernheim wird denun-
ziert und nach Auschwitz abtransportiert. Dort hat die IG eine Benzinfabrik bauen lassen, in der Gefangene des KZs zu To-
de gearbeitet werden. Karl, Heinrichs Sohn, kann die furchtbaren Zustände in dem Werk nicht ertragen und meldet sich frei-
willig an die Ostfront. Bald wird Zyklon B, produziert von der IG, in Auschwitz zur Massenvernichtung der Gefangenen einge-
setzt. Nach dem Einmarsch der Alliierten werden die IG-Direktoren verhaftet und angeklagt. Doch niemand übernimmt die
Verantwortung für die begangenen Verbrechen. Nur Karl sagt gegen seinen Vater aus, und Max, aus London zurück, erklärt
ebenfalls seine Hilfe. Seine Ahnung, daß diese Herren bald wieder gebraucht werden, bewahrheitet sich.